Zukunft der Arbeit – Arbeit der Zukunft

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Im jüngsten Beitrag Schöne neue Welt berichtet auch das ZDF (Klaus Kleber) über Bevorstehendes bzw. gibt aktuellen Einblicke in die laufende Entwicklungsarbeit im Silicon Valley.

Nach Gründerszene Kleber im Valley gibt es Kritikpunkte an der Haltung:

Ach, schade. Das war knapp. Nachdem uns der Heute-Anchormann Claus Kleber in seiner interessanten Reportage fast eine Stunde lang durch das Silicon Valley geführt hat, landet er ganz am Schluss endgültig bei europäischer Überheblichkeit und deutscher Angst. Dabei hat er er uns zuvor eindrucksvoll gezeigt, dass südlich von San Francisco derzeit die klügsten Köpfe an den interessantesten Projekten arbeiten.

Unabhängig von diesem jüngsten medialen Beitrag sind im TrendUpdate des Zukunftsinstituts „Fünf Thesen zur Zukunft der Arbeit“ festgehalten:

  • Das Flexicurity Prinzip

Und dennoch hat sich tief im Organismus der Arbeit etwas verändert. Hierarchien werden flacher, Erwerbsformen flexibler und mobiler; langsam löst sich Arbeit von der Präsenz. FLEXICURITY wird zum gesellschaftlichen UND ökonomischen Grundgedanken.

  • work-life-balance ist eine Illusion

Eines der konzeptuellen Missverständnisse der Neuen Arbeit ist die Idee, zwischen „Arbeit“ und „Leben“ ließe sich eine perfekte Balance herstellen. Erstens sind beide Bereiche nicht wirklich zu trennen: Arbeit IST Leben und vice versa. Zweitens entspricht das Ideal einer „Balance“ nicht der realen Welt mit ihren Turbulenzen. ….Statt „Balance“ sollten wir lieber von INTEGRATION oder Work-Life-DYNAMIK sprechen.

  • Technologie bringt immer neue Arbeit hervor

So wenig, wie uns die Ressourcen ausgehen …, wird uns die Arbeit „ausgehen“. Arbeit ist kein Kuchen, der irgendwann vertilgt ist. Jeder Technologieschub erzeugt eine Rekursion, eine Komplexitäts-Kaskade, die zu gesteigerten Nachfragen und ganz neuen Bedürfnissen führt.

  • Die Zukunft gehört den Neuen Agenten

Das Gefühl, in einer Verwirrungs- und Ablenkungswelt zu leben, nimmt unerhörte Ausmaße an. Unser Zeitgefühl lautet: TOO MUCH INFORMATION. ´Wir ertrinken in Informationen und hungern nach Wissen` – wie es John Naisbitt ausdrückte. Aber WISSEN – im Sinne von Kompetenzen, „Ermächtigungen“ – ist immer an den Menschen und seine emotionalen, instinktiven, sinngebenden Fähigkeiten gebunden. Die Zukunft gehört nicht den Avataren, sondern den HUMANAGENTEN die uns dabei helfen, unser Leben zu bewältigen. In Zukunft leisten wir uns einen persönlichen Gesundheits-Coach. Einen Wohlstands-Guide. Einen Bildungs-Berater. Einen Mobilitäts-Agenten. Einen Wissen-Navigator.

  • Smart work, hard work, anti-work

Selbstbestimmte Arbeit bleibt eine harte, lebenslange Aufgabe. Sie erfordert neue Kulturtechniken: Emotionale Intelligenz. Kommunikations-Intelligenz. Netzwerk-Intelligenz. Sie fragt uns hartnäckig nach uns selbst, unserem inneren Menschsein, unserem TALENT: Wer sind wir – und wer wollen wir sein?

Umfangreich setzt sich auch die Studie der Bertelsmann Stiftung Auf dem Weg zum Arbeitsmarkt 4.0  über mögliche Auswirkungen der Digitalisierung auf Arbeit und Beschäftigung auseinander. In 6 Arbeitsmarktszenarien wird der „Möglichkeitsraum der Zukunft“ analysiert:

In drei Szenarien geht das mit der Digitalisierung verknüpfte Wirtschaftswachstum mit Selbständigkeit als der im Jahr 2030 häufigsten Beschäftigungsform einher. … Im vierten Szenario mit Wirtschaftswachstum prägen fest angestellte Projektarbeiter den Arbeitsmarkt 2030. Unternehmen organisieren sich in diesem Szenario nicht mehr primär über funktional hierarchische Strukturen. Statt dessen werden Mitarbeiter Projekten unterschiedlicher Größe und Laufzeit zugeteilt.

…verbindet ein Merkmal beide Arbeitsformen: Der Arbeitsalltag ist in beiden Fällen flexibel / fluide gestaltbar.

Schon heute ist es in einigen Branchen üblich, Arbeit über räumliche und zeitliche Grenzen hinweg zu organisieren. Bis 2030 wird sich dieser Trend weiter verstärkt haben.

…werden Arbeitnehmer danach streben, die technischen Möglichkeiten für eine bessere Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf zu nutzen.

Konkret wird hier vor einem zunehmend unter Druck geratenden Arbeitsmarkt gewarnt:

Arbeitnehmer geraten unter Druck, sobald die Nachfrage nach Arbeit sinkt. Unsere strategische Vorausschau auf den Arbeitsmarkt 2030 macht in diesem Zusammenhang auf drei mögliche Varianten aufmerksam, die bezeichnen- derweise auch in den wirtscha lich erfolgreichen Szenarien möglich sind:

  • Es könnte zu einer allgemeinen Verknappung von Erwerbsarbeit kommen.
  • Die reduzierte Arbeitskra nachfrage betri nur bestimmte Gruppen am Arbeitsmarkt, während gleichzeitig viele andere Jobs entstehen.
  • Eine starke Konzentration einer stark wachsenden Wirtschaft in Clustern führt zu ausgeprägten regionalen Ungleichheiten.

Im Gegensatz zu den Arbeitnehmern in sicheren Beschäftigungsverhältnissen, die in den Szenarien oft als Wissensarbeiter bezeichnet werden, geraten vor allem Menschen mit routinelastigen Beschäftigungsprofilen bezüglich Weiterbildung unter Zugzwang.

Das vielzitierte und grundsätzlich richtige Konzept des lebenslangen Lernens funktioniere dabei primär für Wissensarbeiter, so heißt es:

Damit die benachteiligten Arbeitskräfte trotzdem den Anschluss halten bzw. wiedererlangen können, werden im Jahr 2030 staatliche Weiterqualifizierungsangebote nötig sein.

Klarer Appell zum Schluss:

Erstens ist die Zukunft gestaltbar… Zweitens kann man sich auf die Zukunft vorbereiten.

Ein Kommentar zu „Zukunft der Arbeit – Arbeit der Zukunft

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