2b or not 2b? – doing isn’t being, yet!

Auf dem #ChangeC18 Handelsblatt Change Congress haben wir diskutiert:

From doing to being agile – Kreation einer agilen und kollaborativen Kultur

Tijen Onaran (Global Digital Women), Karl-Heinz Reitz (Computacenter), und Felicitas von Kyaw (Vattenfall). Moderation: Philipp Simanek (ProSiebenSat1), u.a. zu den Fragen:

  • Was meinen wir, wenn wir über Agile sprechen?
  • Welche Herausforderungen erleben wir?
  • Welche Erfolgsfaktoren und Stolperfallen sehen wir?

Hier ein paar grundsätzliche Gedanken dazu:

Was ist agile?

Wir wissen, Change ist nicht mehr die Ausnahmeerscheinung, sondern ein Dauerzustand geworden. In diesem Kontext ist ein mega Thema hervorzuheben: die Veränderungs- und Anpassungsfähigkeit von Unternehmen in sog. VUCA Zeiten. Stichwort u.a. ‚agile Organisation‘ bzw. Agilität.

Agil hat viele Facetten, ist mehr als die bloße Einführung einer Methode oder Technik. Es geht insbesondere um eine neue Haltung, ein „agiles mindset“. Das bedeutet ein Umdenken und neues Handeln. Vereinfacht und verkürzt geht es um Kundenzentrierung und einen shift von langen Vorbereitungs- und Planungszyklen oder hierarchischen Entscheidungsstrukturen hin zu einem iterativen und inkrementellen Vorgehen, Teamarbeit und der Verlagerung von Entscheidungen dorthin wo das Wissen ist.

Was ist eine agile Organisation? Agilität wird häufig als die höchste Form der Anpassungsfähigkeit umschrieben. Insgesamt bleibt die Definition des Begriffs „Agilität“ eher schwammig. Es gibt keine einheitliche Definition – wohl aber einige Gemeinsamkeiten die immer wieder betont werden. Siehe Agile – sind wir nicht alle ein bißchen WAGILE bzw. in der Kategorie Agile des blogs.

Beschreibung – wesentliche Elemente von „agile

In dem Artikel „Agil agiler werden“ in der OrganisationsEntwicklung 09/ 2018 ist zu lesen:

Es lassen sich drei Aspekte der Agilität unterscheiden:

  • Haltungen und Werte,
  • Prinzipien und
  • Praktiken.
  • … Ähnlich wie die Flügel eines Windrads braucht es alle drei Aspekte, damit sie gemeinsam die Energie liefern, um ein Projekt zum Erfolg zu bringen.

Herausforderung – „doing agile“ ist nur der Anfang einer Reise

Agiles Arbeiten ist eine Reise, ein Entwicklungsprozess: eine Art zu sein die als fortwährende Aufgabe zu verstehen ist. Dabei braucht es sicherlich Mut, die ersten Schritte zu setzen sowie Offenheit für Neues. Aber: auch der Weg das Ziel.

Agile ist somit mehr als die Einführung eines Modells oder einer Methode (wie Scrum). Es ist etwas das wachsen muss (~Organismus) und nicht skaliert werden kann (~Maschine).

Wie Andrea Tomasini von agile42 im Artikel Growing agile…Not scaling! schreibt:

First of all, think at agility as a means towards a goal and not the goal itself.

Die bloße Implementierung eines Modells oder einer Methode reicht (noch) nicht; man muss weiter experimentieren, erleben und erfahren.

Charakteristika – Haltung bzw. „mindset

Um (von „doing“) in einenbeing agileZustand zu gelangen ist es ein längerer Weg – vor allem für Organisationen die nicht „greenfield“ starten, sondern ihre Historie mitbringen. Wenn man überhaupt „ankommt“, siehe oben.

Denn, einen wesentlichen Unterschied macht etwas aus was nicht durch die Einführung einer bloßen Technik oder Methode zu verändern ist: die Haltung – das „mindset„.

So auch der Artikel You will not become agile by implementing scrum:

Scrum is a method, agile is a mindset.

Im Sinne von „agile as a mindest“ sind einige Prinzipien einer agilen (Arbeits-) Welt besonders zu hervorzuheben:

  • Culture: trust & freedom, experiment & learn faster, iterative & incremental
  • Cooperation: accountability & autonomy, cross-functional collaboration & co-creation
  • Competences: decision making at lowest possible level closest to expertise, ownership based on defined roles
  • Leadership: guiding teams by vision & goals, solving impediments

Selbststeuerungskräfte sind zu aktivieren, Netzwerke zu mobilisieren und Eigenverantwortung zu stärken. Agile Kompetenzen wie „fast failure“, beta-Versionen und in ständiger Optimierung angelegte iterative Ansätze gewinnen an Bedeutung.

Im Artikel „Agil agiler werden“ in der OrganisationsEntwicklung 09/ 2018 ist zu lesen:

Folgende Haltungen und Werte sind uns in unserer Arbeit mit Menschen und Organisationen in agilen Projekten wichtig:

  • Orientierung geben durch: Verbindlichkeit, disziplin, Transparenz und Offenheit
  • Als ganzheitliches Individuum tätig sein durch: Eigenständigkeit, Wertschätzung, Vertrauen und Respekt
  • Das Potenzial der Gruppe nutzen durch: Kooperation und Teamwork
  • Neugierig sein und das Undenkbare denken durch: Aufgeschlossenheit gegenüber Veränderungen, Mut und Experimentierfreude
  • In der nötigen Balance bleiben durch: Sensibilität, Humor und Leichtigkeit

Schritte – Einführung von „agile

Siehe hierzu beispielsweise die Capgemini Consulting Publikation „Agile Organizations“, Kapitel 5 ‚How to become an agile organization‘.

In dem Artikel Embracing Agile werden 6 wesentliche Hebel genannt, um das agile Potenzial für die Organisation zu heben:

  1. Learn How Agile Really Works
  2. Understand Where Agile Does or Does Not Work
  3. Start Small and Let the Word Spread
  4. Allow “Master” Teams to Customize Their Practices
  5. Practice Agile at the Top
  6. Destroy the Barriers to Agile Behaviors
  • Erfolgsfaktoren – von „doing to being agile

Neben Struktur und Prozessen steht somit die kulturelle Transformation als wesentlicher Erfolgsfaktor im Vordergrund und bedeutet grundsätzlich, den Zweck und Sinn agilen Arbeitens zu verstehen.

So auch der Artikel Agiles Management als Führungs- und Organisationsprinzip:

In der Praxis besteht ein gemeinsamer Kern des Verständnisses von Agilität. Verbunden werden damit insbesondere Schnelligkeit und Anpassungsfähigkeit. … Gerade Unternehmen, die sich schon länger mit Agilität beschäftigen, gehen über Methoden hinaus und rücken eine agile Haltung in den Vordergrund.

Im Artikel von McKinsey How to mess up your agile transformation in seven easy (mis)steps steht zur Bedeutung von Kultur weiters nachzulesen.

Praktisches – Und wie nun?

Es ist und bleibt eine Reise. Und ist immer „work in progress„. Somit braucht es Durchhaltevermögen, (heitere) Beharrlichkeit und Geduld. Und: sicherlich, Übung. Üben, üben, üben. …rituals…sprints…retrospectives…

Aber, es geht auch um gemeinsames Austarieren, „Schritt für Schritt“! Mit jedem Schritt entwickeln sich Dinge, aber nicht gemäß Pflichtenheft. Sondern durch die Einbindung von Kundenfeedback nach jeder Iteration. Das kann Geplantes verändern, das Mandat bzw. dieser Freiraum muss den Teams vorliegen. In kleinen Schritten, über Zeit.

Agile as a mindset„: Werte wie Mut, Offenheit, Neugierde, Kooperation etc. sind die Grundlage und stehen im Vordergrund. Denn „doing isn’t being, yet“.

Und, es braucht ein „all in„, es ist kein Thema nur für die Tech oder sonstige, einzelne Abteilungen, sondern etwas dass übergreifend von der Organisation gelebt werden muss. Es ist kein reines IT, sondern ein Business Thema. Gemeinsam gilt es an einem Strang zu ziehen.

Machen wir uns auf den Weg!

Mehr zum Nachlesen u.a. in Agile – sind wir nicht alle ein bißchen WAGILE bzw. in der Kategorie Agile des blogs.

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